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(24.07.08) |
Dieser Tipp enthält Grundinformationen über das PDF-Format von
Dokumenten sowie über die zugehörige Software ACROBAT bzw.
ADOBE READER, inwischen nur noch ADOBE READER genannt. Danach erfolgt ein Überblick über die Probleme der Zugänglichkeit zu solchen Dokumenten aus Sicht Sehbehinderter und Blinder, sowie einfache Lösungsansätze.
Diese Tippgruppe 91 enthält weitere Tipps zum Lesen und Schreiben von PDF-Dateien, siehe insbesondere Tipp 91-3 und 91-4.
1. Was ist das PDF-Format und wozu dient es?
Das PDF-Format ist ein spezielles, überwiegend graphisches Format
von PC-Dokumenten, gekennzeichnet durch die Endung ".pdf". Bei
Dateien in diesem Format ist sichergestellt, dass der Ausdruck mit dem
Original des Dokuments unabhängig vom verwendeten Drucker wirklich
völlig identisch ist. (Dies ist bei normalen Text-Dateien (DOC
usw.) nicht unbedingt der Fall, da bei der Umsetzung der Schriften und
Formate auf den Drucker Verschiebungen und Umbrüche entstehen
können, vor allem bei eingebundenen Tabellen, Grafiken usw.
Das PDF-Format wird daher zunehmend bei wichtigen publizierten
Unterlagen verwendet, z.B. Formularen aller Art, Bedienungsanleitungen,
technischen Beschreibungen usw. Das PDF-Format hat sich für diesen
Zweck international als Standard durchgesetzt.
2. Wie erstellt, liest und konvertiert man solche PDF-Dokumente?
Zur Erstellung von PDF-Dateien gibt es das spezielle Programm ACROBAT
WRITER, das relativ teuer für ca. 400 Euro im Handel
erhältlich ist. Mit ihm kann man einerseits vorhandene DOC-, TXT-
oder HTML-Dokumente in PDF-Dokumente konvertieren, umgekehrt kann man
PDF-Dateien in das RTF-Format rückkonvertieren, wobei allerdings
Formatierungen sich ändern können.
Zum Lesen von PDF-Dateien gibt es das
kostenlose Programm ADOBE READER (ehemals ADOBE READER)
Seit Juli 2008 gibt es die Version 9. Wenn man nach der Installation das erste Mal den Adobe Reader 9 startet und dabei z.B. einen Screen Reader benutzt, startet der Adobe Reader den "Setup-Assistenten für die Ein-/Ausgabehilfe". Dort kann man spezielle Optionen für Screen Reader, Vergrößerung und Farben einstellen oder einfach die "Empfohlenen Einstellungen" verwenden. Eine sinnvolle Änderung der Einstellungen ist es, das Häkchen bei "Tags nur nach vorheriger Bestätigung in Dokumenten einfügen" zu entfernen, damit man nicht bei jedem PDF einzeln gefragt wird, ob es barrierefrei lesbar gemacht werden soll. Möchte man nachträglich etwas ändern, ruft man diese Einstellungen im Hauptmenü unter "Dokument, Setup-Assistent" wieder auf.
Die Version 9 enthält auch eine Sprachausgabe, wobei eine auf dem PC installierte Stimme unabhängig vom Screen Reader für PDF-Dokumente genutzt wird.
Das Programm kann heruntergeladen werden unter
www.adobe.de/products/acrobat/readstep2.html
Zur Installation und Bedienung älterer Versionen beider ACROBAT-Programme stehen im
Tipp 91-4 sowie im
Tipp 91-6 weitere
Details, zum ADOBE ACROBAT WRITER auch unter
www.barrierefreies-webdesign.de/knowhow/pdf/index.html
3. Probleme der Zugänglichkeit
Da das PDF-Format weitgehend graphisch orientiert ist, kann man auf den in den PDF-Dokumenten enthaltenen Text nicht ohne weiteres zugreifen, und auch Screen Reader haben beim Lesen erhebliche Probleme. In einfach Fällen kann man den Text einfach umkopieren, (siehe unter 5c).
Unabhängig davon kann der Zugang zu PDF-Dateien vom Ersteller
erschwert oder verhindert werden:
a) durch Vergabe von Passwörtern
b) durch Zugangs-Einschränkungen mittels entsprechende
Einstellungen (Tags)
- zulassen oder verhindern von Screen Readern
- zulassen oder verhindern der Nutzung von MSAA (Microsoft Acttive
Accessibliity)
Näheres folgt in den weiteren Tipps, insbesondere im
Tipp 91-2.
4. Warum ist der Zugang zu PDF-Dateien so wichtig?
Viele Dokumente, insbesondere auch solche, die in Ausbildung und Beruf
verwendet werden, sind heute neben der gedruckten Form auch auf CD-ROMs
oder im Internet verfügbar, und dies dann häufig nur im
PDF-Format. Wer gedruckte Texte nicht mehr lesen kann, ist auf den
Zugang zu den elektronischen Dokumenten angewiesen.
Ohne den Zugang zu PDF-Dokumenten entstehen daher schwerwiegende
Probleme auch bei der Berufsausbildung und -ausübung.
Es ist zu hoffen, dass über die Umsetzung des
Bundesgleichstellungsgesetzes der Zugang Sehbehinderter und Blinder zu
PDF-Dateien abgesichert wird, ebenso wie ja der Trend beim Zugang zu
wichtigen Internet-Seiten besteht.
5. Lösungsansätze
a) Neuen ADOBE READER nutzen
In der neuen Version 7 des ADOBE READER sind einige Probleme von
Screenreadern ausgeräumt, aber nicht alle (näheres steht im
Tipp 91-3).
Man sollte also unbedingt die jeweils neueste Version des ADOBE READER
verwenden, aber auch eine möglichst neue Version des
Screenreaders.
b) Notlösung: PDF-Dokument drucken und scannen
Ein umständlicher, aber gangbarer Zugang zu einem PDF-Dokument,
das über einen Screenreader unzugänglich ist, ist der, dieses
auszudrucken und dann über einen Scanner einzulesen und mit einer
OCR (Omnipage, Fine Reader, ...) einer Sprachausgabe oder einer
Braillezeile zugänglich zu machen.
c) Kostenlose Konvertierung nach TXT
In einigen Fällen lässt sich der Textinhalt von PDF-Dokumenten einfach herauskopieren. Dazu öffnet man das PDF, markiert alles mit STRG+A, kopiert mit STRG+C und fügt in WORD oder einem ASCII-Editor den Text wieder mit STRG+V ein. Dabei gehen aber naturgemäß alle Grafiken verloren, und auch die Formatierung kann sehr entstellt werden, wesentlich mehr als bei der oben genannten Konvertierung nach RTF.
Zur Konvertierung einer PDF-Datei kann man auch folgenden eMail-Service von Adobe nutzen: Man sendet eine PDF-Datei als Anhang einer Mail an folgende Adresse und bekommt eine konvertierte TXT-Datei zurück:
pdf2txt@adobe.com
Es gibt auch kostenlose Programme im Internet mit denen man PDF-Dateien in Text-Dateien (TXT) umwandeln kann (siehe
Tipp 91-8), und zwar ohne ADOBE READER oder ADOBE ACROBAT WRITER zu benutzen. Dabei gehen aber je nach Methode alle Grafiken verloren, und auch die Formatierung kann sehr entstellt werden, wesentlich mehr als bei der oben genannten Konvertierung nach RTF.
d) Kostenlose Konvertierung nach HTML
Zur Konvertierung einer PDF-Datei kann man folgenden eMail-Service von Adobe nutzen: Man sendet eine PDF-Datei als Anhang einer Mail an folgende Adresse und bekommt eine konvertierte HTML-Datei zurück:
pdf2html@adobe.com
Wenn man im Internet auf PDF-Dokumente stößt, kann man diese auch
mittels eines Online-Tools auf der Webseite
http://access.adobe.com in eine HTML-Datei konvertieren (und dann auch als Text speichern). Dies wird im Tipp 91-7 genauer beschrieben.
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