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(19.12.02)


Tipp-Bereich 2:  Betriebssysteme außer Windows (G 13-19)
Tipp-Gruppe 14: Betriebssystem: MS-DOS

Tipp 14-1 : Wichtig gebliebene Eigenschaften von MS-DOS

Kurz-Info

Der Tipp enthält einen kurzen Rückblick, welche Vorteile das längst vom Markt verschwundene Betriebssystem MS-DOS für Sehbehinderte und Blinde hatte.
Trotz aller Nachteile gegenüber grafischen Benutzungsoberflächen (wie Windows) gibt es daher immer noch ganz kleine Nischen, in denen DOS-Programme genutzt werden.

Allgemeines


Das Betriebssystem MS-DOS ist eigentlich total veraltet und längst vom Markt verschwunden. Durch die Beschränkung auf den ASCII-Code und eine nicht-grafische Oberfläche, hat MS-DOS aber für Sehbehinderte und Blinde wichtige Vorzüge

- leichte und klare Orientierung auf dem Bildschirm
- Vollständiger Zugang zu allen Bildschirminhalten über Braille und Sprache
- Zugang zu allen Programmen und Funktionen ohne Maus

So kommt es, dass einige DOS-Programme immer noch verwendet werden, zumal sie auch komfortabler wurden: Einige DOS-Programme bedienen sich z.B., obwohl auf ASCII basierend, der Methode von Menüzeilen und Aufklappmenüs (Beispiel: Cross-Point, Norton Commander, DCC-Pro...).

Auch die grafischen Betriebssysteme Windows basieren bis zur Version "Windows ME" noch auf MS-DOS. Auch der Aufruf von MS-DOS ist bis Windows 98 sehr leicht möglich:

- einerseits das Starten des Betriebssystems im MS-DOS-Modus,
- zum anderen das "Öffnen" eines DOS-Fensters während des Betriebs in Windows.

Die grafischen Benutzeroberflächen (Windows, aber auch Apple Macintosh u.a.) sind für Normalsichtige durch Fenster, grafische Symbole, Menüs und die Mausbedienung sehr intuitiv und bequem.
Für Blinde und Sehbehinderte wurde der Zugang erst durch zusätzliche Software (Screenreader) erschlossen; aber nicht alle grafischen Bedienungselemente können voll kompensiert werden.

Die alternative Bedienungsweise des PC über Tastenkombinationen deckt nur die wichtigsten Aktionsmöglichkeiten ab; sie ist zwar schnell, zum Teil sogar schneller als die Mausbedienung, aber längst nicht so intuitiv und erfordert von Benutzern erheblich mehr Kenntnisse und Einübung.

Die zunehmende Umorientierung der Blinden und Sehbehinderten auf das Betriebssystem Windows wurde nicht nur dadurch erzwungen, dass MS-DOS und die DOS-Anwenderprogramme nicht mehr weiterentwickelt wurden, sondern auch dadurch, dass die Treibersoftware für wichtige Hardwarekomponenten nur noch für Windows hergestellt wurde.

Wichtige, noch gebräuchliche DOS-Programme sollen, sofern das noch Sinn macht, in der Tipp-Gruppe 15 zusammengestellt werden.

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